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Volltext: "Bonitätsauskunfteien, das neue Recht und das lachende Opfer"

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05 April

Bonitätsauskunfteien, das neue Recht und das lachende Opfer

Seit dem 1. April gilt das neue Recht zu Selbstauskünften von Verbrauchern gegenüber sogenanter Auskunfteien wie der "Schufa" oder der "Credit Reform". Es ist nun für solche Auskunfteien verpflichtend, einmal im Jahr eine kostenfreie und ausführliche Auskunft über ihre Kreditwürdigkeit bzw. den Scorewert an Auskunftssuchende zu übermitteln. Weiterhin müssen die Auskunfteien Korrekturen entgegen nehmen und ggf. im Scorewert berücksichtigen. Beide Tätigkeiten sind mit Kosten verbunden und die Auskunfteien fühlten sich auch promt in der Rolle des Opfers der Politik - jedenfalls wurde das so vermittelt.
Man kann sich also nun über den Stand dessen informieren, was diese Auskunfteien glauben zu wissen und man kann diese Daten korregieren.

Ich denke, das sollte man auf gar keinen Fall tun - zumindest die Korrekturen sollte man für sich behalten ...
... doch warum?

Die Datenbanken dieser Auskunfteien sind naturgemäß stark "vergiftet" (fehlerhafte Datenbestände ohne nachträglich selbständig ermittelbare Ursache, also ohne maschinelle Korrekturmöglichkeit). Sie werden mit Daten von wirklich vielen Unternehmen gefüttert, die eigentlich auch was anderes zu tun haben, als sich mit der Schufa oder den anderen Auskunfteien zu unterhalten. Eigentlich unterhalten sich solche Unternehmen (also die darin arbeitenden Sachbearbeiter) nur mit diesen Auskunfteien wenn sie über den Kunden sauer sind, es werden also hauptsächlich negative Mitteilungen an diese Auskunfteien geliefert. Entsprechende Untersuchungen und Feldtests hatten bisweilen haarsträubend fehlerhafte Auskünfte offenbart, die durch einfache Mitteilung der Betroffenen Personen an die jeweiligen Auskunfts-Unternehmen auch recht schnell aus deren Datenbanken entfernt wurden. Es war also schon immer möglich, entsprechende Korrekturen anzubringen - wenn man denn wirklich ein Interesse an einem möglichst fehlerfreien Persönlichkeitsprofil in den kostenpflichtigen und für einen selbst nicht nutzbaren Datenbanken solchen Unternehmen hat.

Diese vergifteten Datenbanken führen dazu, dass ein von solchen Unternehmen gelieferter Scorewert nicht den Stellenwert hat, welchen diese Auskunfteien gern hätten. Seriöse Unternehmen werden sich keinesfalls ausschließlich auf solche Scorewerte in der Beurteilung potentieller Kunden stützen - anderenfalls hätten sie in wirklich kurzer Zeit kaum noch neue Kunden. Aus Sicht eines Unternehmens, welches neben vielen anderen eine Dienstleistung anbietet, ist es nach erfolgreicher Kundenakquise sogar sehr vorteilhaft, wenn der neue Kunde einen möglichst schlechten Scorewert zur Vertragslaufzeit bekommt: andere Unternehmen mit gleicher Leistung werden den Kunden, für den Fall dass er den Dienstleister wechseln möchte, vielleicht nicht als Kunden haben wollen, der Kunde bleibt also erstmal beim alten und zahlt weiterhin den geforderten Preis.

Bleibt also als Schlussfolgerung, dass solcherart vergiftete Datenbanken dermaßen mächtiger Unternehmen schlicht deren Macht über die werte Kundschaft anfragender Unternehmen verringern. Je fehlerhafter diese Datenbanken sind, desto geringer ist der Nutzwert, desto kleiner ist auch die Wirkung derer Nutzung.

Falls man sich also entschließt, eine Selbstauskunft zu fordern und dann auch noch darin befindliche Fehler an das Scoring-Unternehmen meldet, tut man nichts weiter, als den Vergiftungsgrad der Datenbanken dieser Unternehmen zu verringern. Man gibt ihnen also Informationen, die sie noch nicht mal für Geld kaufen könnten. Gleichzeitig steigert man die Relevanz der Scorewerte, erhöht also den Nutzwert dieser Daten, was letztlich bedeutet, dass die Auskünfte dieser Unternehmen in noch stärkerem Umfang auf das zukünftige Kundenverhältnis Einfluss nehmen.

Informationen sind der Wert dieser Auskunfteien, jede Korrektur an diesen Daten steigert den Wert dieser Unternehmen und ermöglicht ihnen mehr Einfluss auf das Leben derer zu nehmen, deren Daten in ihren Datenbanken liegen. Will man das wirklich?

Ich jedenfalls glaube, dass in dem Moment, wo diese Regelung in Kraft getreten ist, die Freude auf Seiten der Eigentümer solcher Auskunfteien unermessliche Ausmaße angenommen hat - es passiert einfach so selten, dass die Politik ein ganzes Volk dazu aufruft, an der Wert- und Machtsteigerung einiger weniger privater Unternehmen aktiv und kostenfrei mitzuwirken. Die Verbraucherschützer machen natürlich auch mit. Eine Medienkampagne dieser Größe wäre noch nicht mal für alle Auskunfteien zusammen bezahlbar.

P.S.: Ich hab vor langer Zeit aufgehört, mich für die Produkte solcher Firmen zu interessieren. Ich ignoriere sie einfach komplett aus meinem Universum. Wer mich als Kunden nicht haben will weil irgend eine dahergelaufene Auskunftei etwas über mich behauptet, mit dem will ich dann wahrscheinlich auch wirklich keine Geschäftsbeziehnung eingehen.

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Geschrieben von harko um 00:31:25 Uhr - Kategorie: Entheogene , Indifferentes , Politik
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